| Nach einer recht frischen Nacht, einer warmen Dusche und einem ergiebigen Frühstück aus unserer küchentechnischen Abteilung, starten wir bei Sonnenschein und 20°C Richtung Otta. Hierbei nutzen wir, wie immer, die schmale Straße auf der Westseite des Wildwassers. Wo die Straße nicht gerade einer Felswand folgt und sich eine paar Quadratmeter Ebene zeigen, sind diese von weitläufigen Bauernhöfen und diversen Nutztieren besiedelt.
Nach diesem leider viel zu kurzen Stück unbegradigter Straße, stoppen wir in Otta um Treibstoff nachzufassen. Entlang einem der unzähligen Seen des Landes, fahren wir auf der E16 Richtung Vågåmo. Dieser Straße ist, wie vielen ihrer Schwestern, bereits die Ursprünglichkeit genommen, sie ist für den Schwertourismus via Wohnmobil und -wagen hergerichtet. Um so mehr freuen wir uns auf den Leckerbissen, der auf dem heutigen Programm steht.
Zwischen Vågåmo und Lesja führt eine Schotterpiste über den Kjølen. Vorsorglich springen wir in unsere Thermohosen, da uns die nächsten 31km in die Berge führen. Wir fahren auf einer Ölkiesdecke durch die bekannten Bauernhöfe mit atemberaubendem Ausblick auf das hinter uns liegende Tal. Gewohnt spontan, jedoch nicht so dramatisch wie im Jotunheimen, verläßt uns die Vegetation und es wird kühl.

In Erwartung der Erwärmung bei der Bergabfahrt verzichten wir auf weitere wärmespendende Bekleidung. Hier haben wir die Rechnung jedoch ohne die Natur gemacht. Es bleibt bei den gerade einmal 8°C. Heißer Kaffee tröstet uns vorerst. Im Verlaufe des, im oberen Teil, nicht sehr interessanten Romsdalen, wird es vor allem mir, jedoch immer kälter und ich bekleide mich mit allem was die Packtaschen hergeben.
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Wie trostlos Norwegen sein kann, wenn die Sonne nicht scheint, müssen wir auf den nächsten Kilometern erleben. Die Wolken hängen extrem Tief und die, sonst so faszinierenden, Schönheiten der Natur verblassen. Nur ein Wasserfall, der in vielen Armen und Terrassen zu Tal fällt, kann uns noch einmal zum anhalten zwingen. Den Nerv zum Fotografieren haben wir jetzt aber nicht mehr. Daher ein Dokument aus einem früheren Urlaub der Familie Tietz :

In Åndalsnes wird die küchentechnische Abteilung aufgefüllt. Wir entscheiden uns trotz des einsetzenden Regens im Zelt zu übernachten.
Vom Trollveggen-Camping hat man im Normalfall einen herrlichen Ausblick auf die zweithöchste überhängende Felswand der Welt. Heute geben die Wolken den Blick auf 200m der über 1000m frei. Wir sind leicht gefrustet und begeben uns daher, nach einem ausgiebigen Mal und dem Großteil unserer Strohrumreserven, zur Ruhe.
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